Donnerstag, 25. Oktober 2018
Lösung für knappe Personalressourcen
Personal-Sharing, ein zukünftiges Modell für die Energieversorgungsunternehmen?

Ein Mangel an Fachkräften bremst laut einer Studie die Digitalisierung in vielen mittelständischen Unternehmen in Deutschland aus. Jede fünfte Firma findet nicht genug Personal, um den Bereich auszubauen und investiert deshalb nicht oder zu wenig in die Digitalisierung des Geschäfts. Das geht aus einer Umfrage bei 2.000 Mittelständlern im Auftrag des Beratungsunternehmens EY hervor. Gerade kleinere Unternehmen haben oft nicht die finanziellen Mittel, um ihre Produktion oder ihren Vertrieb umzustellen. Zudem haben sie es am Arbeitsmarkt oft schwerer, die nötigen Fachkräfte zu finden, da sie weniger bekannt sind als größere Unternehmen. Spätestens mit dem Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende hat die digitale Entwicklung auch in die Arbeitswelt der kommunalen Energieversorgungsunternehmen Einzug gehalten, die jetzt auch unmittelbar mit den Global Playern und DAX-Unternehmen um gut ausgebildete Menschen auf dem bereits heute leergefegten Fachkräfte-Arbeitsmarkt konkurrieren.

Was heißt das nun für die Energieversorgungsunternehmen? Aufgrund der der im Vergleich überschaubaren Perspektiven und möglichen Gehaltsentwicklungen müssen sie kreative Personalmodelle aufstellen, um mit dieser Entwicklung Schritt zu halten. Kooperationen mit anderen Unternehmen können dabei sinnvolle Alternativen sein, Stichwort Personal-Sharing. Was ist Personal-Sharing? Das Personal-Sharing wird häufig bereits in Tourismusbetrieben in der Schweiz umgesetzt, um Personalmangel in der Saisonhotellerie entgegen zu wirken. Unternehmen schließen sich in Form eines Arbeitgeberzusammenschlusses (AGZ) zusammen, um gemeinsam Personal zu beschäftigen. Anfallende Personalkosten und Anstellungsrisiko für die Fachkräfte werden geteilt. Der gemeinsame Nutzen wird realisiert. Zusätzliche Kompetenz, die vorher nicht verfügbar war, kann nun ins Einzelunternehmen geholt werden. Fachlich gleiche Aufgaben und Tätigkeiten können effizient gemeinsam durchgeführt werden. Der gesharte Mitarbeiter erreicht so in Summe über alle beteiligten Unternehmen eine effiziente Auslastung. Mehraufwand besteht jedoch häufig in der Prüfung und Anpassung des vorliegenden Standardarbeitsvertrages und der detaillierten Ausformulierung der Arbeitsaufteilung des Mitarbeiters. Ein Mehraufwand, der sich jedoch für die EVU lohnen kann um nicht bei der Digitalisierung abgehängt zu werden.